Die Vorfälle rund um die «Mass-Voll»-Demonstration in St. Gallen ver-langen eine transparente und sorgfältige Aufarbeitung
Die SP der Stadt St. Gallen zeigt sich besorgt über die Ereignisse rund um die «Mass-Voll»-Demonstration vom Samstag, 14. Februar 2026, in der St.Galler Innenstadt. Trotz entzoge-ner Bewilligung bewegte sich eine Gruppe mit rechtsextremen Verbindungen – teilweise mit Hellebarden bewaffnet – durch die Stadt. Gleichzeitig wurden friedlich protestierende Passant:innen von der Polizei kontrolliert und mündlich weggewiesen.
Kein Platz für Faschismus in unserer Stadt
Für den 14. Februar waren zwei Demonstrationen gegen ein geplantes kantonales Gesetz zur Impfpflicht angekündigt. Doch es ging um mehr: Die Gruppierung «Mass-Voll» rief zur Demo auf – in ihrem Umfeld bewegen sich bekannte Akteur:innen der rechtsextremen Szene, darunter Mitglieder der Jungen Tat. Als Gegenreaktion mobilisierte «Ostschweiz nazifrei» dazu, «bunt, kreativ und laut» zu protestieren und «ein klares Zeichen der Solidarität» zu setzen.
Für die SP ist klar: «Rechtsextreme, diskriminierende und menschenverachtende Ideologien haben in St.Gallen keinen Platz. Friedlicher Protest gegen entsprechende Aufmärsche ist legitim und Teil einer lebendigen Demokratie,» stellt Christoph Kobel, Präsident der SP Stadt St.Gallen, klar.
Polizei misst mit zweierlei Mass
Die Demonstrationen waren zunächst bewilligt worden – trotz des grossen Risikos mit gleichzeitig stattfindender Fasnacht und eines Spiels des FC St. Gallen. Nach Abklärungen am Kornhausplatz entzog die Polizei der «Mass-Voll»-Demonstration die Bewilligung; erlaubt wurde lediglich eine stationäre Kundgebung. Mehrere hundert Personen setzten sich jedoch über das Verbot hinweg und zogen teils mit Hellebarden bewaffnet durch die Innenstadt. «Mass-Voll»-Präsident Rimaldi selbst verkündete stolz: «Zuerst wollten sie uns keine Bewilligung geben, wir haben sie doch erhalten, dann wollten sie uns wegen den Hellebarden nicht laufen lassen, wir sind doch gelaufen, dann kamen Linksextreme, wir sind doch weitergelaufen…»
Gleichzeitig seien Einzelpersonen, die friedlich gegen den Aufmarsch protestieren wollten, von zivilen Polizist:innen angehalten, kontrolliert und unter Androhung weiterer Massnahmen mündlich aus der Stadt verwiesen worden. «Für uns stellt sich hier klar die Frage nach der Geeignetheit und Verhältnismässigkeit dieser Mittel,» so Marlène Schürch, Vize-Präsidentin der SP Stadt St.Gallen.
Einfache Anfrage eingereicht
Angesichts dieser Vorkommnisse hat die SP/Juso/PFG-Fraktion eine einfache Anfrage an den Stadtrat eingereicht. Sie fordert eine transparente und sorgfältige Aufarbeitung der Ereignisse sowie klare Antworten zum polizeilichen Vorgehen.

